Ein Strassenhund am Rand einer Strasse
Medienmitteilung

Herbstgefahren für Tiere: Kleine Massnahmen mit grosser Wirkung

12. Oktober 2026 · Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz

Symbolbild

Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer und Menschen und Tiere sind zunehmend in der Dämmerung unterwegs. Der Herbst bringt einige Gefahren mit sich, die leicht unterschätzt werden. Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) zeigt, wie TierfreundInnen mit einfachen Vorsichtsmassnahmen Haus- und Wildtiere schützen können.

Sichtbarkeit kann Leben retten

Morgens wird es später hell, abends früher dunkel – und damit steigt auch das Risiko im Strassenverkehr. Besonders Hunde und ihre HalterInnen werden in der Dämmerung schnell übersehen. «Leuchthalsbänder, reflektierende Leinen oder gut sichtbare Anhänger sind einfache Hilfsmittel, die im Strassenverkehr einen grossen Unterschied machen können», sagt Susy Utzinger, Gründerin und Geschäftsführerin der SUST. Auch für HundehalterInnen selbst empfiehlt sich helle oder reflektierende Kleidung, damit Mensch und Tier frühzeitig gesehen werden. Laut Suva ereignen sich jährlich rund 40’600 Freizeitunfälle mit Tieren, davon ca. 4’500 mit Katzen und 6’000 mit Hunden. Die Behandlungskosten betragen im Schnitt 1’800 CHF pro Katzenunfall, bei Hunden bis zu 5’300 CHF (Suva↗︎).

Wildwechsel

Mit der Umstellung auf die Winterzeit fällt auch der Berufsverkehr plötzlich wieder stärker in die Dämmerung, genau dann, wenn zahlreiche Wildtiere aktiv sind. AutofahrerInnen sollten insbesondere an Waldrändern, Feldern und wenig beleuchteten Strassen besonders aufmerksam unterwegs sein und die Geschwindigkeit anpassen.

Unterschätzte Gefahr: Motorraum & Frostschutzmittel

Sinkende Temperaturen verleiten Katzen, sich in Motor- oder Radkästen zu verstecken. Ein kurzes Klopfen auf die Motorhaube vor der Abfahrt kann Leben retten. Ebenso gefährlich ist Frostschutzmittel: Die Flüssigkeit riecht und schmeckt für Katzen verlockend, ist aber bereits in kleinsten Mengen tödlich. Laut Tierspital Zürich zählen Vergiftungen mit Ethylenglykol (Frostschutzmittel) zu den am häufigsten behandelten Fällen. Verschüttete Tropfen oder Pfützen müssen deshalb sofort entfernt werden. Besteht der Verdacht, dass ein Tier davon aufgenommen hat, zählt jede Minute: TierhalterInnen sollten umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren.

Kleintiere brauchen Vitamine

Meerschweinchen, die sich im Sommer mit frischem Grün versorgen, benötigen im Winter zusätzliche Vitamin-C-Quellen, etwa durch spezielles Grünfutter oder Vitamintropfen.

Rücksicht auf Igel bei der Gartenarbeit

Im Herbst suchen Igel geschützte Plätze und nutzen Laub- und Asthaufen, dichtes Gras oder Bereiche unter Büschen als Versteck und später auch als Winterquartier. Bevor solche Stellen mit Fadenmäher, Motorsense oder anderen Gartengeräten bearbeitet werden, sollten sie deshalb sorgfältig kontrolliert werden.

Da Igel vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind, sollten Mähroboter ausschliesslich tagsüber und auf zuvor kontrollierten Flächen eingesetzt werden. Wer Laub- oder Asthaufen im Garten liegen lässt, schafft zudem wertvolle Rückzugsorte für Igel und andere Kleintiere.

Für den Notfall vorbereitet sein

Trotz aller Vorsicht lassen sich Unfälle nicht immer verhindern. Umso wichtiger ist es, im Ernstfall richtig reagieren zu können. Die SUST hat deshalb die kostenlose Broschüre «Erste Hilfe für Hund und Katze» entwickelt. Sie vermittelt die wichtigsten Sofortmassnahmen bei Verletzungen und Notfällen und eignet sich als praktischer Begleiter für zu Hause, im Auto oder unterwegs.

«Oft sind es ganz einfache Dinge, die Tiere vor schweren Verletzungen oder Vergiftungen schützen können», sagt Susy Utzinger. «Wer die typischen Gefahren kennt und aufmerksam durch den Herbst geht, kann viel dazu beitragen, dass Haus- und Wildtiere sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen.»

Die kostenlose Broschüre «Erste Hilfe für Hund und Katze» sowie weitere Informationen finden TierfreundInnen unter susyutzinger.ch.

Bildlegende:

  • Reflektoren machen Mensch und Tier sichtbar.
  • Katzen lieben den Geschmack von Frostschutzmitteln. Die Einnahme ist hochgiftig.
  • Gefahren im Herbst: So schützen TierhalterInnen ihre Haustiere (und ihr Portemonnaie).
  • Sinkende Temperaturen verleiten Katzen, sich in Motor- oder Radkästen zu verstecken.
  • In der Dämmerung ist die Unfallgefahr besonders hoch. Reflektoren machen Mensch und Tier sichtbar.
  • Diese Broschüre ersetzt nicht den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses für Tiere oder den Gang zum Tierarzt, bietet aber eine Merkhilfe für das richtige Verhalten in Notfällen.
  • Wildtiere kennen das Konzept der Zeitumstellung nicht. Die Umstellung auf Winterzeit birgt Gefahren im Strassenverkehr.

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Mensch und Hund mit Reflektoren
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Über die Stiftung

Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz

Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) wurde am 7. September 2000 in Zürich gegründet. Sie ist unabhängig, gehört keinem Dachverband an und steht unter der Aufsicht des Bundes. Ihre Arbeit ruht auf vier Pfeilern: Kompetenzzentrum Tierheim, Kastrationsaktionen, Aus- und Weiterbildung und Aufklärung der Bevölkerung. Die Basis bildet die Soforthilfe für Tiere in Not, in der Schweiz und im Ausland, wo die SUST unter anderem sieben Tierwaisenhospitäler betreibt.

Die Stiftung finanziert sich durch Spenden und Legate und erhält keine öffentlichen Gelder.

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Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz erhält kein Geld der öffentlichen Hand. Jede Kastration, jede Futterlieferung und jede Behandlung wird von Menschen bezahlt, die diese Arbeit für richtig halten.

Kleiner Hund auf den Händen einer Betreuerin

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