SUST-Tierhandelreport

Tierhandel unter dem Deckmantel des Tierschutzes

Viele Tierfreunde möchten einem Hund oder einer Katze aus dem Ausland ein Zuhause geben. Ob die vermittelnde Organisation seriös arbeitet, ist oft schwer zu erkennen. Der Tierhandelreport der SUST setzt sich für mehr Transparenz ein.

Worum es geht

Transparenz bei Tiervermittlungen aus dem Ausland

Oft entscheiden sich Menschen für ein Tier, das sie noch nie getroffen haben und das eine Organisation in die Schweiz einführt. Ob diese Organisation seriös und tierschutzgerecht arbeitet, lässt sich nur herausfinden, wenn sie offen über ihre Arbeitsweise informiert.

Die Empfehlung der SUST

Lernen Sie ein Tier vor der Übernahme persönlich kennen, in der Schweiz oder auch in einem anderen Land, und besuchen Sie es mehrere Male.

Die SUST hat sich dieses Themas angenommen: Aus dem Ausland importierende Tierschutzorganisationen wurden aufgefordert, anhand eines Fragebogens über ihre Prozesse zu informieren. Lediglich drei Organisationen kamen der Aufforderung nach. In intensiven Recherchen suchten die Fachleute der SUST Informationen zusammen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es steht nicht gut um die Transparenz der Vermittlungen.

Darum führt die SUST das Projekt laufend weiter und informiert die Öffentlichkeit. Sie arbeitet mit den dafür offenen Organisationen, aber auch mit neuen, die dazustossen, an der Transparenz ihres Auftritts und an der tierschutzgerechten Vermittlung ihrer Tiere.

Für mehr Transparenz ist die SUST auch auf die Hilfe von TierhalterInnen angewiesen, die ein Tier aus dem Ausland adoptiert haben. So können Sie helfen

Einschätzung aus der Rechtswissenschaft

Der Unterzeichner erachtet den SUST-Tierhandelreport 2023 als sehr positiv.

Dass die Problematik des Imports von Heimtieren in die Schweiz überhaupt thematisiert wird, erscheint dringend geboten und durchaus lobenswert. Die tierschutzrechtlichen Herausforderungen von Tierimporten werden im Allgemeinen wohl meist unterschätzt.

Ganze Aussage lesen

Die Thematik gehört zum sachlichen Tätigkeitsbereich der SUST, die wegen ihrer internationalen Orientiertheit prädestiniert erscheint für einen solchen Tierhandelreport.

Das Konzept der Fragenkataloge überzeugt. Mit den konkreten Fragestellungen, betreffend sowohl die Oberthemen als auch die detaillierten Einzelfragen, wird eine Bewertung von Tierhändlern in tierschutzrechtlicher Hinsicht ermöglicht. Die Zielsetzung ist klar: eine erhöhte Transparenz im Problembereich der schweizerischen Heimtierimporte.

Peter V. KunzProf. Dr. iur., Rechtsanwalt LL.M., Ordinarius für Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung, Universität Bern, Institut für Wirtschaftsrecht
Die vollständige Einschätzung (PDF)
Wenn die Vermittlung unseriös ist

Folgen unseriöser Vermittlungsprozesse

Was geschieht mit Tieren, wenn der Vermittlungsprozess unseriös ist? Hier sehen Sie einige Beispiele.

Transport

Tiere sind dermassen krank, geschwächt oder traumatisiert, dass sie den Transport nicht überleben.

Entlaufen

Entlaufene Tiere, die schlecht gesichert wurden oder nicht sozialisiert sind, können erst nach Tagen oder Wochen eingefangen werden, verhungern, werden von Zügen oder Fahrzeugen überfahren oder erschossen. Es gibt eine unbekannte Zahl streunender Hunde: Die Schweiz ist auf dem Weg zu einer Strassenhundeproblematik.

Wanderpokale

Tiere werden von einem Ort zum nächsten gereicht. Es kommt vor, dass sie schliesslich eingeschläfert werden, weil sich kein Platz findet, der ihren Bedürfnissen gerecht werden kann.

Einschläferung nach einem Beissvorfall

Bei Tieren, die nicht gründlich abgeklärt sind, oder bei HalterInnen, die kein oder ungenügendes Wissen zum Ausdrucksverhalten besitzen, kommt es zu Beissvorfällen. Unabhängig davon, was die Gründe für den Vorfall sind, werden die Tiere eingeschläfert.

Abgabe ins Tierheim

Tiere enden in Schweizer Tierheimen. Damit wird das Problem verlagert.

Illegale Einfuhr

Tiere, deren Dokumente nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen oder die nicht über die vorgeschriebenen Impfungen verfügen, werden von den kantonalen Veterinärämtern beschlagnahmt. Die Folgen sind eine vier Monate lange Quarantäne (totale Isolation, besonders für Welpen tierschutzrelevant, Kosten mehrere tausend Franken), eine Rückschaffung ins Herkunftsland (Risikotransport, Kosten mehrere tausend Franken) oder die Einschläferung.

Krankheit

Die Tiere kommen bereits krank in der Schweiz an und müssen erlöst oder mit hohen Kosten veterinärmedizinisch behandelt werden.

Traumata

Je nach Trauma erreichen Tiere in unserer Gesellschaft keine zufriedenstellende Lebensqualität oder nur mit hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand.

Hilfe am Herkunftsort

Weshalb nachhaltige Tierschutzarbeit vor Ort wichtig ist

Grundsätzlich gilt: Es wird niemals möglich sein, alle Strassentiere der Welt in die Länder Mittel- und Nordeuropas zu vermitteln. Die Anzahl Strassentiere und ihr Leiden können nur reduziert und bekämpft werden, wenn vor Ort umfassende Tierschutzarbeit geleistet wird.

Zur umfassenden Tierschutzarbeit gehören Kastrationen von Strassentieren und privat gehaltenen Tieren, Aufklärung, die Weiterbildung von Fachpersonen sowie der Aufbau und die Führung örtlicher Tierheime nach mitteleuropäischen Anforderungen. Denn Tierheime sind keine Ghettos, in denen Tiere versterben, sondern Kompetenzzentren.

Helfen Sie mit

Gegen unseriösen Tierschutz

Das Nachschlagewerk des SUST-Tierhandelreports soll stetig wachsen. Dafür braucht die SUST noch mehr Erfahrungsberichte von Betroffenen.

Haben Sie ein Tier aus dem Ausland adoptiert?

Um Licht in den Dschungel des Tierhandels unter dem Deckmantel des Tierschutzes zu bringen, sind wir auf Erfahrungsberichte von Betroffenen angewiesen. TierhalterInnen, die ein Tier aus dem Ausland adoptiert haben, sind eingeladen, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Auch an den Erfahrungen von TierfreundInnen, die sich für ein Auslandtier interessiert und sich dann dagegen entschieden haben, sind wir interessiert. Schreiben Sie uns per E-Mail, was Sie erlebt haben.

Je mehr Erfahrungsberichte wir auswerten können, desto genauer wird das Bild der vermittelnden Organisationen. Wir danken Ihnen!

Ihre Daten bleiben anonym

Erfahrungsgemäss reagieren Tierhändler aggressiv auf die Veröffentlichung ihrer Praktiken. Wir garantieren daher die Anonymisierung Ihrer Daten. Wenn Sie es wünschen, nehmen wir gerne Kontakt mit Ihnen auf.

Plakat «Umfrage Tierhandel» der SUST mit einem Welpen hinter Gitterstäben und einem QR-Code
Der QR-Code auf dem Plakat führt auf diese Seite.
Plakat aufhängen

Drucken Sie das Plakat «Tierhandelreport» aus und hängen Sie es dort auf, wo es viele Menschen sehen.

Plakat herunterladen (PDF)

SUST-Akademie

Webinar: Hund und Katze aus dem Ausland

Im Webinar zum SUST-Tierhandelreport erhalten Sie Einblick in die aufrüttelnden Ergebnisse des Reports sowie Aufklärung über seriöse Tiervermittlungsarbeit, von der Herkunft des Tieres bis zu nachhaltigem Tierschutz. Dazu kommen wichtige Informationen als Entscheidungshilfe für die Übernahme eines Hundes oder einer Katze aus dem Ausland.

Aufklärung der Bevölkerung

Damit kein Tier aus Unwissen leiden muss

Die SUST gibt TierhalterInnen und TierfreundInnen Fachwissen weiter, mit Ratgebern, Medienarbeit und dem Podcast. Ihre Spende hält dieses Wissen für alle frei zugänglich.

Hellbrauner Labrador sitzt hinter der Scheibe eines parkierten Autos

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Zum Beispiel: Mit CHF 20 wird in Ägypten eine Katze kastriert und medizinisch versorgt.

Zum Beispiel: Mit CHF 50 füllen Sie fünf Futternäpfe für Tiere in Not.

Zum Beispiel: Mit CHF 150 werden in Rumänien sechs Katzen kastriert und medizinisch versorgt.

Den Betrag wählen Sie im nächsten Schritt selbst.

Zum Beispiel: Mit CHF 10 im Monat füllen Sie jeden Monat einen Futternapf für Tiere in Not.

Zum Beispiel: Mit CHF 25 im Monat wird jeden Monat eine Katze in Rumänien kastriert und medizinisch versorgt.

Zum Beispiel: Mit CHF 50 im Monat kommen in einem Jahr 30 Kastrationen in Ägypten zusammen.

Den Monatsbetrag wählen Sie im nächsten Schritt selbst, ab CHF 5.

Sie können die monatliche Spende jederzeit mit einem Monat Frist beenden.

Lieber gebührenfrei? Spendenkonto IBAN CH87 0900 0000 8466 6666 9 (PostFinance), Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz, 8488 Turbenthal. Die Stiftung ist von den Steuern befreit; Spenden ab CHF 100 verdanken wir mit einem persönlichen Schreiben.

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